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Dienstag, 30. März 2010

Ey, Sie da!

Es gibt Fragesteller, die sind einem per se unangenehm. Neulich ging das kleine Ly mit seinem Mann den Flughafen des nächtens entlang nach Hause. Drei coole Jungs standen, wie sich das für professionelle N-Town-Atzen gehört, lässig an ihren Tiefergelegten gelehnt und diskutierten irgendetwas wild. "Ey, Sie da!" da läuft man doch glatt weiter. "Ey, Sie da, bleiben Sie mal stehen", "Ey, eine Frage, eine Frage"... da geht man spontan nochmal den Inhalt der Handtasche durch, erinnert sich an die längst vergangenen, besten 100-Meter-Zeiten und entschließt sich, jetzt wo zwei der drei schon wild gestikulierend die gewohnte Motorhaube verlassen, doch stehen zu bleiben, da man im Zweifelsfall eh zu langsam wäre und was soll schon passieren, so nachts am Rand des stillgelegten Tempelhofer Flughafens? Die folgende Konversation ist nicht erfunden:
Typ 1: "Ey, ey, eine Frage, eine Frage!!!"
wir: "Ja?"
Typ 1: "Ey, sind die Sterne eher so Planeten oder eher so Sonnen?"
wir: "na, eher so Sonnen, aber Planeten können auch aussehen wie Sterne, weil sie von der Sonne angestrahlt werden"
Typ 1 (zu Typ 2): "Ey, hab ich dir nicht gesagt, oder was???"
Typ 2 (zu uns): "Ey, ey, noch eine Frage!!!!"
wir (schon im Begriff weiter zu gehen, jetzt aber schmunzelnd): "jaaaaa??"
Typ 2: "Ey, aber so Sonnen, die sind doch so explodiertes Gas und so, oder?"
wir: "Ja quasi"
Typ 2 (zu Typ 1): "Ey hab ich dir gesagt? Hab ich dir gesagt??? Ey!"
Typ 1 + 2 (zu uns): "Ey vielen Dank und schönen Abend"

Dann stritten sie sich weiter über die großen Fragen unseres Universums... iodit hätte denen sicherlich Vorträge a la "Ranga-the-Mähn" halten können, aber so weit reichts bei uns nicht. Immerhin, wir scheinen inzwischen schon spießbürgerlich genug anzumuten, um als Schiris zu gelten ;)

Donnerstag, 9. Juli 2009

Neuköllner Atzen

Es ist 23:30. Ich laufe die Selchowerstr nach einem kleinen postpyronalischem Abstecher zu Kaisers zu mir. Kurz hinter der langen Nacht "rauschte es im Busch" - bzw. im Baum. Dann knackten ein paar Äste und eine tellergroße Plüschspinne mit grün leuchtenden Augen seilte sich aus dem Baum ab. Der Blick nach oben zeigte auf Zippos Nachbarbalkon einen erwachsenen Menschen mit einer Angel, der seelenruhig die Spinne wieder nach oben zog.
Warum?

Sonntag, 10. August 2008

kriminelles Neukölln

Ich habs ja schon immer gewusst. Mein geliebtes Neukölln ist nur halb so schlimm wie sein Ruf. Bei der Berliner Morgenpost kann man den K-Faktor (Kriminelle Taten/100.000 Einwohner) seiner Region anschauen.
Da schneidet Neukölln Nord deutlich besser ab als Charlottenburg, Tiergarten oder Mitte... klar, wenn ich Taschendieb wäre oder einen Hang zu Raubüberfällen hätte: ich würde auch lieber verzogenen Gören in Besserbezirken das Geld und iPod aus der Freitag-Tasche stehlen, als es hier zu versuchen: was soll man da auch holen können?
Zudem muss man bedenken, dass da ja all die feinen Rauschgiftdelikte mit hinein zählen. Wenn man die rausrechnet (also: welche Gefahr droht mir hier wirklich) ist Neukölln Nord wahrscheinlich sicherer als alles andere.

Mittwoch, 30. Juli 2008

Neuer Schwung durch Bahnengolf

Wollte ich eigentlich samt meinem schmählichen Ergebnis bloggen... aber Scanner ist irgendwie in Eimääääää:

heute einen herrlichen Tag mit Ratschi verbracht... rumgammeln war nicht, denn man klebte in unserer Wohnung. Also raus ins Grüne. Erst zu Video World gelatscht und 00Schneider zurückgegeben, dann zum Hertzbergplatz spaziert und Bahnengolf gespielt. Ich verlor, wie schade. Das nächstes mal muss ich mir unfaire Tricks ausdenken. Übrigens lustige Bahn im Herzen Neuköllns:

1)es gibt nicht nur Bahnengolf sondern auch PitPat, das wird das nächste mal gespielt

2)es gibt Bälle verschiedener Härtegrade und Berechnungen, wie man die Bahnen mit einem Schlag spielen kann - eben eine anerkannte Turnieranlage

3)es ist richtig schön atzenneuköllnisch da... keine Westdeutschen, die denken, Neukölln habe irgendwas mit Karneval zu tun und deshalb im Dunkeln mit Sonnenbrillen rumlaufen. Nein, am Hertzbergplatz gibt's noch ehrliche Atzen, die zu sechst mit ner feinen Molle (Schulli) eben mal unter der Woche mittags Minigolf spielen gehen, weil sie sonst nüscht zu tun haben - der Betreiber trägt Badelatschen (richtige, echte Badelatschen, keine Hippie-Flip-Flops), Axelshirt (ein richtiges, echtes ausgewaschenes, nicht eins, das auf 2nd Hand gemacht ist) und eine Kippe im Mundwinkel - abgestimmt zur modischen Föhnfrisur der 80er Jahre (ne richtige 80er Jahre Frisur: sprich, der hat die bestimmt schon SEIT den 80er Jahren und nicht WIE IN den 80er Jahren)... in Neukölln ist (noch) alles fein...

Ach ja: NÄCHSTES MAL MACH ICH RATSCHI PLATT!!!!!

Donnerstag, 24. Juli 2008

Maus 7 Mensch 1

Ein trauriges Kapitel der Tierquälerei hat sich in Atzenneukölln abgespielt: Eines morgens kommt das Ly in die Küche, da fiept es gar garstig und eine Maus, die nicht so richtig cervical disloziert war, aber mit dem Nacken in der Falle steckte, raste, die Falle am Kopf hängend, mit den Hinterbeinchen rotieren über den Küchenfussboden. Ich war äußerst stolz auf mich, dass ich nicht direkt auf die Maus gereihert habe, denn das war nicht schön.
Eines habe ich jedoch gut von meiner Mutter gelernt: Emanzipation nur da, wo sie der Frau zuträglich ist, ansonsten gilt: Ekliges entsorgen, ist und bleibt Männersache.
Diese im nicht dislozierten Hinterköpfchen habe ich DkMsen geweckt, der in seiner Karriere als Klosterkoch eine größere Menge von in Mausefallen gefangenen Mäuschen entsorgen muss. Er hat quasi Mäusebäche den Jordan runtergeschickt. Wie ein Torrero betrat er die Küchenarena: kein Problam, er nimmt die Maus mit. Was ich dem tapferen Helden verschwiegen hatte, war der Brechreiz, der einen überkommt, wenn man sieht, dass das Mäuschen noch am Start ist. DkMsen betritt die Küche und auch ihn überkommt das würgen. Aber er hats dennoch tapfer beseitigt... Danke.
Inzwischen habe ich schon zwei weitere Mäuse gesehen, eine, die so klein ist, dass sie einfach mit ihrem gesamten Gewicht auf die Falle laufen kann, ohne das irgendwas passiert und eine größere, die nicht so doof ist, wie Maus 1 und die auf Fallen nicht reinfällt. Toll. So ist Maus 1 den Märtyrertot gestorben und wegen der Ekelaktion dürfen die anderen schön weiter hinter meiner guten Spühlmaschine wohnen, bis wir hier ausziehen, weils einfach zu eklig war.